Die Bedeutung des Computerspiels als neues Kommunikationsmedium innerhalb einer zunehmend vernetzten Gesellschaft kann heute kaum hoch genug eingeschätzt werden. So ergab eine 2005 veröffentlichte Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, dass sich bereits über 44 Prozent aller 6-13 jährigen Kinder mehr als eine halbe Stunde pro Tag mit dem Medium Computerspiel beschäftigen. Die dadurch entstehende Computerspielkultur ist entgegen der allgemeinen Meinung allerdings längst nicht mehr nur auf Kinder und Jugendliche beschränkt.
Jüngste Forschungsergebnisse in der Untersuchung von Massively Multiplayer Online Role Playing Games (MMORPGs) haben zum Beispiel gezeigt, dass das Durchschnittalter der Spielerinnen und Spieler von MMORPGs inzwischen bei etwa 30 Jahren liegt. Dabei dient das Spielen von Computerspielen bei allen Altersgruppen in erster Linie der Unterhaltung oder der Erholung. Doch es wird auch immer deutlicher, dass insbesondere die durch dieses Medium vermittelten neuen Kommunikationsmöglichkeiten sowie das allgemeine kompetenzfördernde Potential von populären Computerspielen positive gesellschaftliche Effekte haben können, die weit über jene klassischer Unterhaltungsmedien hinaus gehen.
Trotz der zunehmenden Dominanz des Mediums Computerspiel auch innerhalb der Erwachsenenkultur ist dessen Bedeutung einer breiten Öffentlichkeit bis jetzt weitgehend im Verborgenen geblieben. Ein wichtiges Ziel dieses Weblogs ist es daher, durch einen öffentlichen akademischen Diskurs in deutscher Sprache auch eine breitere, fachinteressierte Öffentlichkeit mit den Forschungsergebnissen der neu entstehenden Wissenschaftsdisziplin der Computer Game Studies vertraut zu machen. So sollen eventuell existierende gesellschaftliche wie akademische Vorurteile abgebaut und der faszinierende Reichtum dieses neuen Mediums verdeutlicht werden.
Univ.-Prof. Dr. Michael Wagner, MBA, Donau-Universität Krems
Dr. Doris C. Rusch, Technische Universität Wien
Herbert Rosenstingl, Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen
Mag. Konstantin Mitgutsch, Universität Wien
Dr. Barbara Lippe, Avaloop
Letzte Kommentare