Am 20. Dezember fand in Teen Second Life das “A World Fit For Children Festival” statt. Unter den TeilnehmerInnen fand sich auch Henry Jenkins, der in einem eigens für ihn angefertigten Avatar eine kesse Sohle auf das virtuelle Parkett legte. Ein sehenswertes Video dazu findet sich auf der Seite der Global Kids' Digital Media Initiative. Teen Second Life ist eine eigens für Jugendliche entwickelte Version von Second Life mit einer Alterbeschränkung von 13 bis 17. Erwachsene sind nur in Ausnahmefällen erlaubt.
Nach den Angaben der Entwicklerfirma Linden Labs wird das System von MitarbeiterInnen der Firma (erkennbar an dem Nachnamen „Linden“) beaufsichtigt. Natürlich kann es in einem anonymisierten System keine 100%ige Sicherheit geben, dass sich nicht doch hinter dem einen oder anderen Avatar ein Erwachsener verbirgt. Aus diesem Grund hat Linden Labs eine Liste von 10 Community Regeln veröffentlicht, die ich insofern für interessant halte, da sie sich auf alle virtuellen Welten und eigentlich auf die Benutzung des Internets im Allgemeinen übertragen lassen.
- Respektiere deiner MitbewohnerInnen (insbesondere deren Vielfältigkeit)
- Bleibe anonym
- Behalte dein Passwort für dich
- Respektiere die Privatsphäre deiner MitbewohnerInnen
- Bleibe sauber (kein Sex, keine Gewalt und keine Vulgärsprache)
- Belästige niemanden (zB durch unangebrachtes Benehmen)
- Gefährde niemanden (zB durch Objekte mit speziellen Scripts)
- Störe nicht den Frieden (zB bei Veranstaltungen bzw durch Werbung oder Spamming)
- Keine Globalattacken (insbesondere auf die Server)
- Benutze alternative Mitgliedskonten mit Verantwortung
Einige dieser Regeln haben ihren Sinn auch in der realen Welt (1, 4 - 8), andere beziehen sich auf das Zusammenspiel zwischen realer und virtueller Welt (2, 3 und 9). Regel 10 fällt etwas aus dem Rahmen. Diese Regel betrifft den Umgang mit multiplen Persönlichkeiten in virtuellen Systemen und hat damit eigentlich keinerlei Bedeutung in der realen Welt. In diesen Regeln spiegelt sich somit die von Gee angesprochene Dreiteilung in reale, virtuelle und projizierte Identität wieder.
Eine genauere Beschreibung dieser Regeln findet sich auf der Webseite von Teen Second Life. Dieses Regelwerk kann insbesondere Eltern, die ihren Kindern einen verantwortlichen Umgang mit virtuellen Welten lehren wollen, als hilfreicher Ansatzpunkt dienen.
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