Wie versprochen gibt's heut ein kurzes up-date zur MIT5 Konferenz. Kurz, weil es morgen in aller Herrgotts Früh wieder los geht und es schon spät ist. Kurz auch, weil es ziemlich schwierig ist, aus der Fülle der hier gebotenen Information was häppchenweise Vermittelbares herauszupicken.
Zuers muss gesagt werden, dass das hier keine games Konferenz ist. daher gibt's wenig games spezifisches zu berichten. Dafür werden die Themen "user generated content", "participatory culture" und Technologie formt content ganz groß geschrieben.
In Stichworten würd ich gern ein paar Fragen skizzieren, die heut in mein jet gelaggtes Hirn gedrungen sind und die ich für spannend befinde: ich denke zurecht wurde heute diskutiert, was denn nun eigentlich ein "user" sei? jemand, der nur benutzt, oder der auch benutzt wird? Zum Beispiel dazu, content zu liefern. Unbezahlt und meist auch ohne Rechte auf die von ihm /ihr produzierten Inhalte. Und inwiefern ist der Rezipient traditioneller Medien kein "user"? Was definiert Partizipation? Wenn man durch das Einschalten des TVs schon die Entscheidung beenfluss ob eine bestimmte Serie abgesetzt wird oder nicht?
Das führt freilich sofort zur Frage. und was zum Henker ist jetzt eigentlich genau Interaktivität? Wie lässt sich das definieren? Ist erst die Entwicklung eines Produktes (game mod, Fan literature etc.) ein Maß für interaktivität / oder schon die reine kognitive Beteiligung bei der letzten Folge von "Charmed"?
Dann kam da auch das Thema auf, wie aus Konsumenten Mitglieder einer Community werden. Forschung sei hier von Nöten hieß es, wobie mich da doch freilich Antworten interessiert hätten.
Ein interessanter Aspekt war auch, dass kulturelle Ausdrucksformen bisher meistens definiert werden als wirtschaftliche bzw. rechtliche Größen (economic concept / legal concept such as ownership, copyright). Das macht es schwierig für fan culture, Eigenständigkeit zu erlangen. Sofort taucht entweder die Frage auf, wie damit Geld für die großen Firmen erwirtschaftet werden kann, oder gegen welche Copyright Gesetze man verstößt.
Und auch noch spannend war, dass bei einem panel, das sich ganz dem Thema von kollektiver Intelligenz verschrieben hatte die Frage auftauchte: "also, wenn wir als Kollektiv so schlau sind, und die ganze Welt als gesamtes besser Marskrater zählen kann als die NASA bzw. fast besser Schach spiel als Kasparov, wozu bruachen wir dann noch Experten?". Worauf die Antwort lautete, dass die Experten dafür da sind, Arbeitsabläufe zu strukturieren. Die Masse scheint also intelligent zu sein, aber undiszipliniert.
Naja, das ist jetzt alles nur ein sehr lückenhaftes Abbild des heutigen Tages, heftig gefiltert duch meine Anwesenheit bei einigen wenigen und Abwesenheit von vielen anderen parallelen Panels. Die haben 11 parallele Tracks. Irre. Und es gibt so gut wie keine pausen - nicht mal lunch break. WEr muss schon essen, wenn er am MIT sein darf?
Wer zu einigen der oben genannten Fragen mehr wissen will, dem empfehle ich Mirko Tobias Schäfers Arbeit auszuchecken und die von José van Dijck. Mimi Ito sei auch noch empfohlen, ebenso wie Joshua Green vom MIT Convergence Culture Consortium.
jetzt aber ganz schnell schlafen: morgen muss ich um 8:30 stramm stehen, da gibt es coffee and roles. Damit ist für den restlichen Tag das leibliche Wohl hintan gestellt. Oh Wien, ich wünsche mir einen Apfelstrudel!
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