Nachdem der Wiener Landtag im November 2006 (nach dem Amoklauf von Emsdetten) beschlossen hat, betreffend Computerspiele und Jugendschutz etwas unternehmen zu wollen, hat die zuständige Stadträtin, Vizebürgermeisterin Grete Laska, eine Arbeitsgruppe von ExpertInnen eingeladen, Vorschläge zu unterbreiten. Neben gesetzlichen Änderungsmaßnahmen wird es nun intensive Bemühungen um eine entsprechende Bewusstseinsbildung geben. Den Auftakt werden Informationstage im Wiener Rathaus machen. Vom 21. bis 23. September 2007 werden dort unter dem Motto „Computerspiel findet Stadt“ gleich drei Veranstaltungsbereiche gemeinsam und miteinander verwoben angeboten:
Im Zentrum wird eine Art „Informationsmesse“ stehen, mit Ständen von diversen Institutionen wie der wienXtra-Spielebox, der BuPP, saferinternet.at, etc., sowie auch Präsentationen von Publishern. Aufgefettet wird das Informationsangebot durch Workshops und ein Bühnenprogramm.
Parallel dazu wird am 21. und 22. die nationale Qualifikation für die World Cyber Games 2007 ausgetragen. An einer extra Bühne in räumlicher Nähe zum Messe-Bereich werden dabei auch die meisten Spiele übertragen und kommentiert – aber so, dass auch nicht eSportler und Gamer verstehen, um was es geht, dass also eSport und die einzelnen Spiele sowie die beeindruckenden Leistungen der Spieler (und hoffentlich auch Spielerinnen) erklärt werden. Auf einer „16+“-Bühne zur WCG-Quali wird es natürlich auch „normale“ Übertragungen und Kommentare geben, um den Gamern was zu bieten.
Der dritte Bereich wird eine von der BuPP, resp. dem BMGFJ, in Kooperation mit mehreren pädagogischen Einrichtungen der Stadt Wien veranstaltete „Fachtagung“ sein. Arbeitstitel: „Zukunft und Realität von Computerspielen in Forschung und Praxis“. Dabei wird der Freitag, 21.9., der „Zukunftstag“ sein, der sich speziell an alle pädagogisch und ludologisch interessierten Fachpersonen richten soll und mit hochkarätiger Besetzung aus dem deutschen Sprachraum relativ nahe einer „echten“ Fachtagung konzipiert ist. Zwar nur mit einem Track, aber in straffer Abfolge soll ein aktueller Überblick der Forschung – mit deutlichem Schwerpunkt auf pädagogische Fragestellungen – geboten werden. Der Samstag und Sonntag soll etwas lockerer ablaufen und mit nicht minder hochkarätigen Vortragenden aber deutlich praxisnäher und populärer das Thema abdecken. Mit entsprechender „Werbung“ bei der Messe wollen wir versuchen, auch „Laufbesuch“ zu generieren und so der breiten Öffentlichkeit vermitteln, dass Computerspiele auch wissenschaftlich ernsthaft und mit Praxisrelevanz behandelt werden.
Da ich in der Planungsgruppe der Gesamtveranstaltung mitarbeite und die Hauptverantwortung für die Fachtagung trage, werde ich hier an dieser Stelle immer wieder über Neuigkeiten zu den Wiener Computerspiele Informationstagen geben. Übrigens: einen offiziellen Namen hat das Ding noch nicht! Da insgesamt drei Zielgruppen (Familien & Eltern, Jugendliche sowie Fachleute) angesprochen werden sollen, ist die Namensfindung keineswegs trivial … aber das Motto wird in bester Wiener Manier lauten: „Computerspiel findet Stadt“!
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