Vom 30.5. bis 31.5. fand die 4. Internationale eSport Konferenz erstmals in Köln, dem Austragungsort der 2008 WCG Finals, statt. Als Location wählte Konferenz Mastermind Frank Sliwka vom Deutschen eSport Verband das wirklich sensationelle Heimstadion des 1.FC Köln. Ich war zum dritten Mal bei der eSport Konferenz dabei und habe von den zahlreichen Diskussionen und Vorträgen viele Ideen mitgenommen, die in nächster Zeit sicherlich noch das eine oder andere Posting von mir beeinflussen werden. Heute möchte ich mich zunächst aber mit einigen grundlegenden Eindrücken beschäftigen.
Thematisch war die Konferenz in Hinblick auf die Etablierung eines Europäischen eSport Verbandes ganz in Richtung eSport Business und Vermarktung ausgelegt. Aus diesem Grund war ein deutlicher Professionalisierungsschub sowohl im eSport als auch in der Konferenz spürbar. Leider ging diese Entwicklung etwas auf Kosten der Interessen vieler Spieler und Spielerinnen. Insbesondere hatte ich den Eindruck, dass Counter-Strike als geheiligte Kuh der Community im massenmedialen eSport Umfeld doch an Bedeutung verloren hat. Zwar ist dies wohl auch auf die Diskussion rund um Ego-Shooter Spiele zurück zu führen, dennoch wurde es aber auch deutlich, dass diese Entwicklung von vielen eSport Verantwortlichen aber auch Medienleuten und Sponsoren mit großem Wohlwollen gesehen wird.
Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Vorträge um Sportspiele wie Madden, FIFA, oder auch die ORF Ski Challenge drehten. Behandelt wurde aber insbesondere auch die Frage in wie weit sich eSport in TV Formate adaptieren lässt. Doug Scott, Vice President for Entertainment and Lifestyle bei Electronic Arts, strich in seiner Keynote dabei insbesondere deutlich heraus, dass eSport sich nicht für Live-Übertragungen im TV eignet. Gleichzeitig demonstrierte er einige erfolgreiche editierte TV Formate vom eSport Magazin bis hin zur eSport basierten Reality Show.
Der Bruch der Zugänge wurde für mich insbesondere in der Abschlussdiskussion deutlich in der Peter Schlosser, Teammanager von Alternate aTTax mit der Bemerkung, eine 40-jährige Hausfrau die mit ihrem Sohn Wii spielt sei keine eSportlerin, von mehreren Seiten heftigsten Widerspruch erntete. Der Verlauf dieser Diskussion kann so wie der gesamte Verlauf der eSport Konferenz auf krawall.de nachgelesen werden.
Meiner Meinung nach hat der Veranstalter der eSport Konferenz in diesem Jahr deutliche Zeichen in Richtung einer Professionalisierung des eSport zum massentauglichen Phänomen setzen wollen. Industrie und Sponsoren scheinen diese Entwicklung angenommen zu haben. In wie weit aber die Hardcore eSport Community folgen wird, bleibt abzuwarten.
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