Ich weiß nicht ob es nur mir so geht, aber jedes Mal wenn ich den Begriff "Public Viewing" höre muss ich nahezu reflexartig inne halten. Irgendetwas an diesem Konzept des kollektiven öffentlichen Medienkonsums erscheint mir für meine inhaltliche Arbeit höchst relevant. Bis jetzt konnte ich allerdings noch nicht so richtig für mich greifbar machen was das genau sein sollte. Das heißt, bis gestern, genau genommen. Gestern stolperte ich nämlich mehr zufällig über folgendes Video aus dem Public Viewing Bereich innerhalb der Kölnarena.
Das für mich Bemerkenswerte dabei ist, dass es sich hier um das Public Viewing der Übertragung eines Fußballspiels innerhalb einer auch für sportliche Zwecke genutzten Arena handelt. Die Zuseher sind nicht wirklich Zuseher des Fußballspiels, sondern eigentlich nur Zuseher einer virtuellen Kopie desselben. Sie befinden sich aber in einer realen Sportarena. Auf die Spitze gebracht bedeutet dies, dass die Besucher und Besucherinnen innerhalb der Kölnarena einen Fußballspiel-Event in gewisser Weise nachspielen. Public Viewing als massentaugliches Alternate Reality Game.
Dies wirft zum Beispiel aber auch die Frage auf, in wie weit es jetzt noch relevant ist, dass es sich um das public viewing eines realen Fußballspiels handelt. Über das Zwischenschalten des Mediums Fernsehen wurde es ja bereits virtualisiert. Der kollektive und in gewisser Weise auch partizipative Konsum eines Mediums tritt auf diese Weise zunehmend in den Vordergrund. Der Schritt zu einem eSport Event erscheint mir damit – zumindest auf den ersten Blick – nur mehr minimal. Vielleicht ist eSport ja doch massentauglich solange es nur in einer Umgebung betrieben wird die auch sportliche Emotionen entsprechend transportieren kann?
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