Mittwoch, 21. Januar 2009

NÄCHSTER EINTRAG
Re-Broadcasting by Broadcaster Hochwertiger HD-Content und User generated Content auf YouTube, ursprünglich nur ein Internetportal, wird nun über eine Spielkonsole auf jenem Bildschirm konsumiert, der bis vor zwei Jahren explizid TV-Content und Produktionen auf den Trägermedien DVD und Blue Ray Disc wiedergeben konnte. Und seit drei Jahrzehnten auch Games. Dabei handelt es sich um den wahrscheinlich größten Bildschirm im Haushalt, den daheim meist genutzten Bildschirm, jenen Bildschrim, mit dem Nachrichten, "Wetten daß?" und Hollywoodfilme konsumiert werden. Und mit dem gespielt wird. Wenn man in der Werbewirtschaft darüber nachdenkt, in wie vielen Haushalten eine dieser beiden Spielekonsolen steht, registriert man eine beachtliche "Technische Reichweite" für YouTube. Doch sind diese meist kurzen Videos bei YouTube tatsächlich Konkurrenzprogramme für die TV-Programme in der Prime Time? Bewegtbild-Inhalte auf YouTube werden von Medienexperten meist getrennt vom Leitmedium TV betrachtet. Schnell war klar, dass TV-Content auf YouTube nur wiederverwertet wurde, was eine Rechte-Diskussion auslöste. Exklusive und zugleich reichweiten-relevante Inhalte für YouTube existieren kaum, abgesehen vom User generated Content.YouTube würde den TV-Konsum nicht kannibalisieren, so der Zustand der Experten. Deren Argumentation ist nachvollziehbar: YouTube-Content, klein und unscharf in seiner Auflösung, wird aktiv am Bildschirm des PC oder Notebooks konsumiert, die TV-Inhalte passiv im Wohnzimmer am TV-Bildschirm. Nun aber gibt es mehrere parallele Entwicklungen, die diese Argumente auflösen: Auf YouTube wird immer mehr HD-Material angeboten. Und mittels der Distribution über die im Wohnzimmer bereits fix verkabelte Spielkonsole sind diese Inhalte auch am TV-Gerät im Wohnzimmer verfügbar. Es entwickelt sich somit eine starke Konkurrenz für die Programmplaner der Rundfunkanstalten. Und nachdem die Printmedien seit 2-3 Jahren über die schreibende Konkurrenz aus der Blogsphere nachdenken, wird auch der Broadcaster nachdenklich, wenn Videos eines Flugzeugabsturzes auf YouTube auch im Wohnzimmer schneller verfügbar sind als in der Nachrichtensendung um halb Acht. Und dieser "User generated Broadcast" ermöglicht es dem Zuschauer Bilder zum Ereignis aus einer im wahrsten Sinne des Wortes anderen Perspektive zu betrachten. Die YouTube-Videos via Millionen von Spielkonsolen am TV-Bildschirm ist also auch eine publizistiche Herausforderung für die TV-Redaktionen. Die TV-Redaktion verwertet die Bilder von Youtube in den Fernsehnachrichten? Kein unüblicher Vorgang mittlerweile. Für die Verantwortlichen der Re-Finanzierung ihrer TV-Angebote ist die Entwicklung bei Bewegtbild-Content aus dem Internet via Spielkonsole ins Wohnzimmer ein Schreckensszenario. Und die Werbewirtschaft wird sich sehr bald fragen müssen, wo und wie TV-Werbung wirkt. Und um welchen Preis.

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